Il Cognac diventa italiano: Campari acquisisce Courvoisier

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In Italien nimmt man traditionellerweise nach dem Essen gerne einen Amaro, Limoncello oder Grappa zu sich. Doch was zählen heute noch Traditionen? Im weltweiten Roulette der Spirituosenkonzerne werden Marken herumgereicht wie Wanderpokale. Diese Praxis ist nun um eine Variante reicher: Der japanisch-amerikanische Konzern Beam Suntory verkauft den französischen Cognac-Hersteller Courvoisier für umgerechnet 1,1 Milliarden Euro an Campari.

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Für das italienische Unternehmen ist es die größte Übernahme seiner Geschichte. Es hat in den vergangenen Jahren vor allem vom Erfolg des Aperol Spritz profitiert und erweitert sein Segment der Aperitifs, Whiskeys und Tequilas nun erstmals um das Geschäft mit Cognac. Der Kauf sei eine der „seltenen Gelegenheiten“ gewesen, an eine Topmarke zu kommen, teilte der Campari-Vorstandsvorsitzende Bob Kunze-Concewitz mit, „die Reise“ seines Unternehmens Richtung mehr Premiummarken gehe weiter.

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Der 1828 gegründete Hersteller Courvoisier ist nach Hennessy, Martell und Rémy Martin der kleinste der vier großen Anbieter aus der südwestfranzösischen Gegend im Department Charente. In der Belle Epoque vor dem Ersten Weltkrieg war Courvoisier ein Lieferant der Königshäuser und wurde bei der Eröffnung des Eiffelturms und des Moulin Rouge gereicht.

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Hauptabsatzmarkt sind die USA

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Heute trinken die Franzosen freilich kaum noch Cognac, er ist ein großes Exportprodukt mit den Vereinigten Staaten und China als wichtigsten Märkten. Die afro-amerikanische Hiphop-Gemeinde ist eine besonders bevorzugte Kundengruppe in den USA. Der vor mehr als zwanzig Jahre herausgebrachte Rapsong „Pass the Courvoisier“ zeigt den Imagewandel weg vom Bild älterer Herren, die abends am Kaminfeuer zu einer Zigarre am Glas nippen.

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Der Marktführer Hennessy des übermächtigen Luxuswarenkonzerns LVMH hat die Verbreitung des Cognacs in der Rapper-Szene mit großen Marketingbudgets auf die Spitze getrieben. Zuletzt litten allerdings alle Cognac-Hersteller unter Absatzrückgängen in den Vereinigten Staaten; von einem Ende der Party ist teilweise die Rede, zumal Tequila an Beliebtheit gewinnt.

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Ist die Party in den USA vorbei?

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Courvoisier erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 249 Millionen Dollar. In diesem Jahr liegen die Erlöse bis Oktober jedoch um ein Drittel unter dem Vorjahr. Es handele sich um eine Normalisierung nach dem Nachholboom infolge der Pandemie, heißt es, doch manche Beobachter fürchten mehr als eine zyklische Delle. Die Aktie von Campari verlor am Freitag rund 2,5 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt sie mit 5 Prozent im Plus.

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Die Analysten der Deutschen Bank sehen den Zukauf positiv, denn „der König des Spritz“ habe zurückliegende Übernahmen gut bewältigt und betrete nun einen weiterhin attraktiven Bereich des Spirituosenmarktes. Seit 1995 hat Campari mehr als 40 Unternehmen hinzugekauft, doch keines zu einem annähernd hohen Preis. Die Übernahme von Grand Manier aus Frankreich im Jahr 2016 für 490 Millionen Euro war bisher der größte Coup.

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Die Deutsche-Bank-Analysten wiesen schon im Sommer auch auf einen finanziellen Anreiz für den Campari-Vorstandsvorsitzenden Kunze-Concewitz: Dem 2024 nach 16 Jahren scheidenden Manager winke ein Abschiedspaket von bis zu 44 Millionen Euro, wenn er alle Ziele erreiche, darunter „eine bedeutende Stärkung der Gruppe in ausgewählten geographischen Regionen“.

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Beam-Suntory besaß Courvoisier knapp zwei Jahrzehnte und damit weniger als ein Top-Cognac der Kategorie Extra Old (X.O.) teilweise zum Reifen in den Eichenfässern braucht. Das Alter der gelagerten Tropfen ist ein wirtschaftlicher Faktor. Die Lagerbestände von Courvoisier hätten „ein gut ausgeglichenes Altersprofil, um die Markenentwicklung zu unterstützen“, berichtet Campari.

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Familienzoff beendet – vorerst

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Der italienische Hersteller besitzt neben dem Champagnerhaus Lallier mehr als fünfzig Spirituosenmarken, angefangen von Campari über den Wermut Cinzano bis zu den Whiskeys Wild Turkey und Glen Grant. Dennoch ist Campari mit einem Umsatz von 2,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und einer Börsenkapitalisierung von 11 Milliarden Euro einer der kleinen unter den weltweiten Anbietern, weit entfernt von den Marktführern Diageo und Pernod Ricard.

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Doch dafür gehört der italienische Hersteller mit einer Gewinnmarge von rund 14 Prozent zu den besonders profitablen Anbietern. Hinter Campari steht die italienische Familie Garavoglia, die 1984 die Kontrolle über die Gesellschaft „Davide Campari“ ergatterte. Luca Garavoglia, der Sohn des damaligen Käufers Domenico, ist heute Verwaltungsratsvorsitzender von Campari. Im August hat die Familienholding bekannt gegeben, dass sie 592 Millionen Aktien in Anteile mit speziellen Stimmrechten umgewandelt hat.

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Campari-Eigner haben einiges Geld für Transaktionen über

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Damit stiegen die Stimmanteile der Familie von 69 auf 84 Prozent. Analysten glauben, dass die Feuerkraft von Campari für aktienfinanzierte Übernahmen jetzt auf bis zu 30 Milliarden Euro gestiegen sei. So viel könne sich die Familie leisten, ohne ihre Anteile so weit zu verwässern, dass sie die Kontrolle verliere. Bei der Deutschen Bank glaubt man, dass die Übernahme von Courvoisier vor diesem Hintergrund noch nicht der große transformatorische Deal sei. Dieser könne weiterhin kommen. Für den jüngsten Kauf hat Campari mit Banken einen Kredit von 1,2 Milliarden Euro vereinbart, behält sich aber auch andere Finanzierungswege vor.

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So könnte der italienische Hersteller mit den Garavoglias im Rücken den Expansionskurs fortsetzen. Der Familienkreis wirkt jetzt auch weniger zerstritten als zuvor. Im Juni gewährten die Geschwister Luca und Alessandra ihrer Schwester Maddalena eine Zahlung von 50 Millionen Euro. Die beiden kontrollieren Campari; Maddalena fühlt sich dagegen schon lange verstoßen. In den vergangenen Jahren verklagte sie mehrmals ihre Geschwister und auch ihre inzwischen verstorbene Mutter. 2006 erhielt sie dadurch 100 Millionen Euro und nun auch nochmal 50 Millionen Euro in mehreren Tranchen. So soll der Familienfrieden jetzt wieder hergestellt sein – vorerst jedenfalls.

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